Training · Hunde
Hund erziehen: Die 10 wichtigsten Grundkommandos 🐕
📅 28. Mai 2025
⏱ 10 Min. Lesezeit
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Eine gute Erziehung ist das Fundament für ein harmonisches Zusammenleben mit deinem Hund. Grundkommandos sind dabei nicht nur praktisch – sie können im Ernstfall sogar lebensrettend sein. Der gute Nachricht: Hunde lernen sehr gern, wenn das Training Spaß macht und konsequent durchgeführt wird. In diesem Ratgeber zeigen wir dir die 10 wichtigsten Kommandos und wie du sie beibringst.
🎯 Grundregeln vor dem Training
Bevor du mit dem eigentlichen Training anfängst, solltest du diese Grundregeln kennen – sie entscheiden über Erfolg oder Misserfolg:
- Kurze Einheiten: 5–10 Minuten pro Session, 2–3 Mal täglich. Hunde ermüden geistig schnell.
- Positives Verstärken: Lob, Leckerlis und Spielzeug nach jedem Erfolg. Niemals bestrafen.
- Konsistenz: Immer dasselbe Wort für dasselbe Kommando – alle Familienmitglieder müssen mitmachen.
- Geduld: Manche Hunde brauchen Wochen. Das ist völlig normal.
- Ruhige Umgebung: Starte ohne Ablenkung, steigere den Schwierigkeitsgrad langsam.
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📋 Die 10 Grundkommandos im Detail
1
Sitz
⭐ AnfängerBasis
Das erste Kommando das jeder Hund lernen sollte. Dein Hund setzt sich auf Kommando – unverzichtbar an der Leine, beim Warten und als Ausgangspunkt für viele andere Übungen.
So geht's:
- Leckerli in der Faust halten, direkt vor die Hundenase halten
- Hand langsam nach hinten über den Kopf führen
- Der Hund folgt der Faust mit dem Blick und setzt sich automatisch
- Sofort sagen „Sitz!" und belohnen
- Wiederholen bis der Hund auf das Wort allein reagiert
2
Platz
⭐ AnfängerBasis
Der Hund legt sich flach hin. Wichtig für ruhige Situationen wie beim Essen, im Café oder wenn Besuch kommt.
So geht's:
- Hund zunächst ins „Sitz" bringen
- Leckerli vor seine Nase halten und langsam nach unten zum Boden führen
- Sobald Ellbogen den Boden berühren: „Platz!" sagen und belohnen
- Erst belohnen wenn der Hund komplett liegt
3
Bleib
🟡 MittelSicherheit
Der Hund hält seine Position bis du ihn freigibst. Eines der wichtigsten Kommandos für die Sicherheit – zum Beispiel vor einer Straße.
So geht's:
- Hund ins „Sitz" oder „Platz" bringen
- Offene Handfläche vor seine Nase halten und „Bleib!" sagen
- Einen Schritt zurückgehen, kurz warten, zurückkommen und belohnen
- Distanz und Dauer schrittweise erhöhen
- Immer aktiv auflösen – z.B. mit „Ok!" oder „Komm!"
4
Hier / Komm
🟡 Mittel⚠️ Lebensretter
Der zuverlässige Rückruf kann im Notfall das Leben deines Hundes retten. Er sollte immer mit positiven Erlebnissen verbunden sein – niemals schimpfen wenn der Hund kommt!
So geht's:
- Starke Belohnung bereithalten (bestes Leckerli oder Spielzeug)
- Hund freilaufen lassen, dann freudig „Hier!" rufen
- In die Hocke gehen und Arme ausbreiten – einladend wirken
- Bei Ankunft überschwänglich loben und belohnen
- Niemals schimpfen wenn er kommt – egal wie lang es gedauert hat
5
Aus / Lass es
🟡 MittelSicherheit
Der Hund lässt etwas los oder lässt etwas in Ruhe. Unbedingt notwendig wenn dein Hund gefährliche Dinge aufhebt oder sich mit etwas beschäftigt das er nicht soll.
So geht's:
- Hund hat etwas im Maul – ein Leckerli vor die Nase halten
- Sobald er loslässt: „Aus!" sagen und mit dem Leckerli belohnen
- Gegenstand kurz wegnehmen, dann zurückgeben
- Nie Gegenstand weg reißen – das erzeugt Besitzverteidigung
6
Fuß
🟡 MittelLeine
Der Hund geht direkt neben dir – ohne zu ziehen. Ein angenehmes Spaziergang-Erlebnis für beide Seiten.
So geht's:
- Leckerli in der linken Hand halten (Hund soll links laufen)
- Hund ans linke Bein locken und losgehen: „Fuß!"
- Leckerli regelmäßig geben solange er die Position hält
- Bei Ziehen: stehen bleiben, nie nachgeben
7
Nein / Pfui
⭐ Basis
Signalwort um unerwünschtes Verhalten sofort zu unterbrechen. Ruhig und bestimmt – nicht schreien. Das Wort verliert bei Hysterie seinen Wert.
8
Steh
🟡 Mittel
Der Hund bleibt stehend stehen – wichtig beim Tierarzt oder Groomer. Oft vernachlässigt, aber sehr praktisch im Alltag.
9
Gib Laut / Ruhig
🔴 Fortgeschritten
Erst auf Kommando bellen, dann auf Kommando aufhören. Klingt widersprüchlich – aber wer dem Hund beibringt zu bellen, bringt ihm auch bei aufzuhören.
10
Such / Apport
🟡 MittelSpiel
Der Hund sucht und bringt einen Gegenstand zurück. Hervorragende Beschäftigung für apportierende Rassen wie Labrador, Golden Retriever oder Spaniel.
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⏱ Wie lange dauert es bis der Hund die Kommandos kann?
Das hängt stark vom Hund, seinem Alter und der Trainingsfrequenz ab. Als grobe Orientierung:
- Sitz & Platz: 1–3 Tage bis erste Erfolge, 1–2 Wochen bis zuverlässig
- Bleib & Hier: 2–4 Wochen für Grundzuverlässigkeit, Monate für perfekte Ausführung
- Fuß: 2–6 Wochen je nach Hund
- Alle 10 Kommandos: Realistisch 3–6 Monate konsequentes Training
💡 Wichtig: Welpen lernen ab der 8. Lebenswoche. Aber auch ältere Hunde können noch neue Kommandos lernen – „man kann einem alten Hund neue Tricks beibringen" stimmt wirklich!
✅ Fazit
Grundkommandos sind keine Gängelung – sie geben deinem Hund Sicherheit und Struktur. Ein gut erzogener Hund ist entspannter, weil er weiß was von ihm erwartet wird. Starte mit „Sitz", „Platz" und „Hier" und bau darauf auf. Wichtig ist nicht Perfektion, sondern Konsequenz – jeden Tag ein bisschen, mit viel Geduld und positiver Energie.